Desinfizierbare Eingabegeräte in der Praxis: worauf es beim Kauf ankommt
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Am Behandlungsplatz steht in vielen Praxen dieselbe Tastatur wie im Büro. Sie wird mit Handschuhen bedient, mit Desinfektionstuch abgewischt und gibt nach anderthalb Jahren einzelne Tasten auf.
Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut behandelt Tastaturen und Touchscreens in ihrer Empfehlung zur Flächenreinigung ausdrücklich als Handkontaktflächen. Bei konventionellen Tastaturen ist die Desinfektion schwer umsetzbar und beschädigt die Geräte.
Daraus folgt eine praktische Ansage: Wo regelmäßig desinfiziert werden muss, gehören Geräte hin, die dafür gebaut sind. Die Auswahl ist überschaubar, wenn man drei Kriterien kennt.
Die IP-Schutzart entscheidet über die Reinigungsmethode
Die zweistellige IP-Angabe beschreibt, wogegen ein Gerät geschützt ist. Die erste Ziffer steht für Staub und Fremdkörper, die zweite für Feuchtigkeit – und nur die zweite ist für die Desinfektion relevant.
IP65 bedeutet Schutz gegen Strahlwasser. Solche Geräte lassen sich abwischen und feucht reinigen, aber nicht in Flüssigkeit tauchen.
IP68 steht für dauerhaftes Untertauchen und damit für die Tauchdesinfektion. Nur bei dieser Schutzart darf eine Tastatur vollständig ins Desinfektionsbad, was in Bereichen mit direktem Patientenkontakt der sicherere Weg ist.
Prüfen Sie die Angabe pro Gerät, nicht pro Serie. Bei Sets aus Tastatur und Maus unterscheiden sich die Werte gelegentlich, und die Maus ist dann das schwächere Glied.
Bauform: flach, versiegelt, ohne Fugen
Eine Hygienetastatur hat flache Tasten und eine geschlossene Oberfläche, meist als Silikonmembran oder vollversiegelte Folienoberfläche. Zwischen den Tasten gibt es keine Spalten, in denen sich etwas absetzen kann.
Der Unterschied zur mechanischen Tastatur ist nicht kosmetisch. Bei mechanischen Modellen läuft Flüssigkeit an den Tastenschäften vorbei in die Elektronik, weshalb sie nach wiederholter Desinfektion ausfallen.
Dasselbe gilt für die Maus. Silikonmäuse ohne Scrollrad-Öffnung sind desinfizierbar, klassische Mäuse mit mechanischem Rad und Gummiring sind es nicht.
Die spürbar andere Haptik ist der ehrliche Nachteil. Am Empfang, wo den ganzen Tag getippt wird, ist eine Hygienetastatur weniger angenehm als eine gute Bürotastatur. Deshalb lohnt die Frage, an welchen Plätzen sie wirklich nötig ist.
Mittelbeständigkeit: der Punkt, der Geräte zerstört
Desinfizierbar heißt nicht beständig gegen jedes Mittel. Alkoholbasierte Flächendesinfektion verträgt die meiste Praxis-Hardware, aldehydische und stark oxidierende Mittel greifen Kunststoffe und Beschriftungen an.
Fragen Sie deshalb vor der Bestellung nach der Freigabeliste des Herstellers und vergleichen Sie sie mit dem Mittel, das in Ihrem Hygieneplan steht. Eine Tastatur, die zum Hygieneplan passt, hält Jahre; eine unpassende zeigt nach Monaten blinde Tastenfelder.
Halten Sie das Ergebnis kurz schriftlich fest. Wer neu im Team ist, greift sonst zum falschen Tuch, und der Schaden fällt erst auf, wenn mehrere Geräte betroffen sind.
Was das Sortiment dafür vorsieht
Für den direkten Patientenkontakt ist das Bundle Behandlungszimmer ab 1.499,40 Euro zusammengestellt. Es enthält desinfizierbare Eingabegeräte, eine Silikonmaus, einen EIZO RadiForce Medizinmonitor sowie iPad und Pencil.
Am Anmeldeplatz sitzt die Hygiene-Tastatur im Bundle Empfang & Anmeldung ab 2.242,38 Euro, zusammen mit Praxis-PC, eHealth-Terminal und Etikettendrucker für Probenröhrchen. Der PC ist mit Medistar, TurboMed, CGM, x.isynet und MEDICAL OFFICE kompatibel.
Für Hygiene-Eingabegeräte arbeitet das Sortiment mit GETT, für medizinische Monitore mit EIZO RadiForce und für Healthcare-Etikettendrucker mit Zebra. Die vollständige Liste steht auf der Partnerseite.
Das iPad im Behandlungszimmer
Wird für die Anamnese ein iPad genutzt, gilt für die Oberfläche dieselbe Frage. Ein nacktes iPad übersteht regelmäßige Desinfektion an den Rändern und Anschlüssen nicht dauerhaft.
Im Bundle Wartezimmer & Anamnese ab 641,60 Euro sind deshalb Schutzhülle und Diebstahlsicherung zum iPad A16 enthalten. Die Hülle ist hier kein Zubehör, sondern das Teil, das gereinigt wird.
Beschaffung: pro Raum rechnen, nicht pro Gerät
Der häufigste Fehler ist die Einzelbestellung. Wer eine Tastatur ersetzt, hat eine passende Maus vergessen, und beim nächsten Bedarf ist das Modell nicht mehr lieferbar.
Rechnen Sie stattdessen pro Raum und legen Sie ein einheitliches Modell für alle Behandlungsplätze fest. Ein Ersatzgerät im Schrank verhindert, dass bei einem Ausfall improvisiert wird.
Die Lieferung läuft über das Netz von Bechtle, bundesweit in drei bis sieben Tagen, mit Vor-Ort-Service bei Praxisausfall. Vertragspartner ist die kommune.digital.solutions GmbH.
Nächster Schritt
Gehen Sie einmal durch die Praxis und notieren Sie, an welchen Plätzen wirklich desinfiziert werden muss. Diese Liste ist die Grundlage der Bestellung, alles andere bleibt Bürohardware.
Anschließend vergleichen Sie die Bundles Behandlungszimmer und Empfang & Anmeldung mit Ihrem Bedarf. Wenn Sie unsicher sind, wo Ihre Praxis digital steht, gibt der Digitalcheck eine erste Einordnung.


